Dieses Spiel deutet auf bestimmte loci oder Stationen in der Churer Kathedrale. Man kann es in der Churer Kathedrale spielen, indem man von Station zu Station geht und über die jeweiligen Begriffe meditiert. Es gibt 18 Stationen, wie „Hochaltar“, und 18 Begriffe, wie „Wort“, also für jede Station ein Begriff. Für jeden Begriff gibt es eine oder mehrere Bibelstellen. Diese Bibelstellen machen Links zwischen den Stationen, z.B. zwischen „Geist“ und „Buchstabe“.

 

Ablauf

Zug 1: -> Hochaltar (Wort)

Der Anfang ist das Wort Gottes, das schaffende Wort, das lebendig macht – er muss nur sprechen, und es kommt zustande.

Ps 33,6: Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.

Jes 55, 22: So ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verläßt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Zug 2: -> Bischofs Thron alt (Gesetz)

Gottes Wort ist auch Gesetz.

Ps 147,19 Er verkündet Jakob seinWort, Israel seine Gesetze und Rechte.

Zug 3: -> Chorgitter(Schrift)

Als Gesetz ist das Wort Gottes Schrift. Es „steht geschrieben“.

Luk 10, 26: Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?

Zug 4: -> Taufstein(Wasser)

Die Schrift ist wie eine Quelle Wasser.

Offb 21,6 Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Zug 5: -> Ambo (Zunge), empor zur Betloge schauend(Ohr)

Wie das Wasser, geht das Schriftwort durch den Mund, über die Zunge.

Ps 45,2 Meine Zunge gleicht dem Griffel des flinken Schreibers.

Jes 50,4 Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.

Zug 6: -> Kanzel (Geist)

Wie die Zunge die Schrift belebt, wie die Vokale, die die hebräischen Konsonanten während des Vorlesens beleben, belebt der Geist ….

2Kor 3,6  Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.

Zug 7: -> NO-Säule (Buchstabe)

… den Buchstaben. Als Buchstabe hat das geschriebene Wort  mit Tod zu tun, es ist auch ewig, indem es den Menschen überlebt und nicht vergeht, wie Stein.

Mt 5:18 Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen.

Zug 8: -> NW-Säule (Stein)

Der Buchstabe, das Wort, das Gesetz, wurde in Stein gemeisselt.

2Mo 31,18  steinerne Tafeln, auf die der Finger Gottes geschrieben hatte.

Jer 17,1 Judas Sünde ist aufgeschrieben mit eisernem Griffel, mit diamantenem Stift eingegraben in die Tafel ihres Herzens.

Zug 9: -> Herz-Jesu-Altar (Herz)

Das Wort wird nicht so sehr auf steinerne Tafeln sondern auf Herzen der Menschen geschrieben.

2Kor 3,3 Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch.

Zug 10: -> Gaudentius-Altar (Fleisch)

Das Herz ist nicht von Stein, sondern von Fleisch.

Hes 36,26 Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.

Zug 11: -> Konrad-Altar(Vergänglichkeit)

Das Fleisch ist aber vergänglich.

1 Petrus 1, 24: Alles Fleisch, es ist wie Gras.

Mt 26,41 Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Joh 6,63 Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.

Zug 12: -> SW-Säule (Hauch)

Der Mensch ist vergänglich wie ein Hauch.

Ps 39,6 Ein Hauch nur ist jeder Mensch.

Zug 13: -> SO-Säule (Leben)

Gottes Hauch gibt den Menschen Leben

Ps 33,6 Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.

Hi 32,8 Jedoch, es ist der Geist im Menschen, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht.

Zug 14: -> Rosenkranz-Altar (Tod)

… und Tod. Gottes Hauch bläst auch Zerstörung, der das Gras verdorrt und die Menschen in den Tod reißt.

Hi 4,9 Durch Gottes Atem gehen sie zugrunde, sie schwinden hin im Hauch seines Zornes.

Zug 15: -> Sarkophag (Gebein)

Nach dem Tod des Menschen bleibt das Gebein.

Hes 37,11 Er sagte zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Jetzt sagt Israel: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren.

Zug 16: -> Hauptportal (Ewigkeit)

Das Leblose, das tote Gebein ist ewig, denn er ist ewige Ruhe, keine Änderung mehr.

Ps. 102, 24-27: Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

Gen. 1, 2:  Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

Zug 17: -> Katharinen-Altar (Wind)

Der Geist Gottes, das Einzige, was sich in der Ewigkeit bewegt, ist ein Wind.

Joh 3,8 Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Apg 2,2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

Zug 18: -> Sarkophag (Gebein)

Der Wind, der Geist Gottes, belebt das tote Gebein Israels in Hesechiels Vision.

Hes 37,9  Geist, komm herbei von den vier Winden! Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden.

Zug 19: -> in den Mittelpunkt des Schiffes (man mache das Link zwischen Leben und Stein)

Das Ziel ist, als Christen lebendige Steine zu sein und zu einer geistigen Kathedrale zu werden!

1Petr 2,5 Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen.
Kommentar

Es geht hier um die Dialektik von Tod und Leben, vom Unorganischen und Organischen: das eine bleibt, das andere vergeht, aber das eine ist lebendig, das andere tot. Der Mittelpunkt ist der Geist: dieser ist ewig aber auch lebendig. Geist ist die Brücke zwischen Vergänglichkeit des Fleisches und Dauer des toten Gebeines, zwischen Vergänglichkeit (des Lebens) und Ewigkeit (des Todes). Das bringt die Inspiration: wir müssen lebendige Steine der Kathedrale sein, das heißt, etwas, das dauerhaft ist, aber auch Geist und Leben hat.

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